Das Wort ist mächtiger als das Schwert ...

... aber was tun, wenn nötige Wörter oder rechtzeitige Begleitung die zunehmenden Schwertführer schlichtweg nicht erreichen, da sie zu spät auffallen ...?

Als junger Erwachsener fällt es einem oftmals schwer, seine jungen, kurzsichtigen und ungestümen Sehnsüchte und Interessen zu bändigen und sich auf soziale Kompetenz, Schule und Beruf zu konzentrieren. Da sind das andere Geschlecht, das man gerne kennen lernen möchte, und die tollen Autos, Motorräder, Gadgets und Klamotten, die man sich leider oft nicht leisten kann. Filme und Serien vermitteln eine unvorstellbare Souveränität der scheinbar beneidenswerten Protagonisten. Meine Zeit war die von Magnum und noch ungleich stärker von Miami Vice. Traum-Destinationen mit permanent tollem Wetter, karibisch-lateinamerikanischer Lebensart, Szene-Gehabe, Luckies ohne Filter, Waffen, Sportwagen und -booten. Was brauchte man als Heranwachsender scheinbar mehr zum Glücklichsein?
Der vergleichsweise dröge Schulstoff und teilweise zu schnell vorangehende Unterricht, den man sich gerne auch mal nicht zu bremsen traut, wenn man schlecht hinterher kommt, münden schnell darin, sich in cineastischen oder sonstigen Illusionen durch den Unterricht zu träumen und sich noch mehr von Vektorrechnung und Co. und somit guten Noten zu distanzieren; und kriegt man die Kurve auf anderen Ebenen des Lebens ebenfalls nicht, sich in manchen Fällen wohl auch zu verrennen, um nicht zu sagen, Amok zu laufen; an Beispielen mangelt es ja leider nicht, national wie international.

Was sollten mir auch die mathematischen und physikalischen Theorien geben, wenn Sonny Crockett sich anstelle einer standardisierten 9mm so wunderbar mit einer 10er behaupten konnte. Die großkalibrige, stahlfarbene, automatische Bren-Ten saß im Lederholster unter dem linken Arm, gut verdeckt vom Armani- oder Versace-Sakko. Und wenn die zum Einsatz kommen musste, machte sie einen phänomenal punktuellen Sound und hatte einen sichtlich spürbaren Rückschlag, so dass sie sich zumindest von der optischen und akustischen Performance her gegenüber den gegnerischen martialischeren, jedoch gleichtöniger wirkenden Mc-Ten-Maschinenpistolen abhob und ihr Revier zu verteidigen schien. Die recht weit sitzende Rolex und in späteren Folgen Ebel am vergleichsweise dünnen Handgelenk wurde dabei zum Spielball der Fliehkräfte, schwang im Takt jedes Rückschlags mit. Und dann musste ein Polizist doch idealer Weise noch eine Zweitwaffe besitzen. Bei Crockett war’s ein hochglänzender Revolver am linken Innenknöchel. Die Matheaufgaben hatten so manches Mal keine Chance, mich zu erreichen, wenn ich im Unterricht an den silbernen Glanz, die messingfarbenen Patronen, das in den Bann ziehende Klicken und helle Schnarren von dessen Trommel denken musste, oder daran, dass der Ferrari Daytona Spider beherzt Kies mit durchdrehendem Heck aufwirbelte, weil ein großer Latino-Bösewicht zu entwischen drohte; und dies untermalt und dramatisiert von In The Air Tonight von Phil Collins. Gänsehaut pur!

Wo kam sie eigentlich her, die Lebensart eines einfachen Undercover-Cops? Das mochte sich manch’ einer gefragt haben. Wer im Thema war, wusste, dass es sich um von der zuständigen Polizeibehörde von Kriminellen konfiszierte Güter handelte. Die Polizisten wiederum wurden damit ausgestattet, um sich undercover glaubhaft darzustellen, zu tarnen und ermitteln zu können. Deshalb wohnte Crockett auch auf einem Segelboot mit angekettetem Alligator in Miamis Hafen Coconut Grove und bekam, nachdem er den Daytona zerblasen hatte, gleich wieder einen Testarossa an die Hand. Das perfekte Yuppie-Image, nach außen hin ein Nachtmensch mit dubiosem Einkommen.

Bald merkte ich selbstverständlich, dass bei aller Begeisterung und bereits ansatzweise Identifizierung es jeglicher Rechtfertigung und Notwendigkeit entbehrte, im 10.000-Seelennest in OWL, aus dem ich stamme, eine Waffe zu benötigen, oder Gefährte im Wert mehrerer hundert tausend Euro! Ich war auch nicht hasserfüllt, geschweige denn wutentbrannt oder amoklaufend, dass ich lange Zeit keine Frau an meiner Seite hatte oder mich schwierige Mitmenschen nachhaltig geprägt haben. Und Lebensbereiche, die aufzubessern sind, sind halt immer von einem selbst anzugehen, da haben Andere im Regelfall erst mal keine Schuld. Ich hätte mich ja auch früher schon trauen können, meine Souveränität einzufordern und zu leben, auch wenn es bedeutete, Andere schon längst mal vor den Kopf gestoßen haben zu müssen. Ich war halt eingeschüchtert, ging erst mal lange in Deckung. Will man etwas erreichen, muss man sich aber anstrengen und vernünftig darum kümmern. Das Leben ist kein Ponyhof, das Land der gebraten in den Mund fliegenden Hähnchen, oder waren’s Tauben(!), hat noch keiner entdeckt.

Es dürfte mir wohl einigermaßen gelungen sein, ein netter Kerl geblieben zu sein, obwohl mich Waffen prinzipiell interessierten, und ich zeitweise tatsächlich gerne welche gehabt hätte. Ich hatte aber rein passives Interesse, zu keiner Zeit „etwas vor“. Meine jeweiligen Umfelder, in denen ich also mitunter keinen festen Stand hatte, haben mich also auch nicht dazu bewogen, durchdrehen zu dürfen. Dazu bin ich einfach zu respektvoll Anderen gegenüber. Auf der anderen Seite würde ich mich selbst als Träger einer Waffe in Gesellschaft unwohl fühlen, denn was würde man wohl von mir denken? Damit könnte ich mich nicht arrangieren, bei allem technischen Interesse und Schutzbedürftigkeit. Immerhin, käme es im unwahrscheinlichen Falle mal darauf an, könnte ich damit gleichermaßen spontan, sicher und adäquat umgehen.

Je weniger man jedoch Selbstdisziplin und –bemühen sowie Besonnenheit annimmt oder bewältigt, je mehr man glaubt, von der Umwelt ausgegrenzt zu sein, je trotziger und bequemer man meint, dass so eine Haltung einem zustünde, desto mehr besteht auch die Gefahr, Kurzschlusshandlungen oder durch lange eingewirkte Wut und Enttäuschung geplante „Vergeltungsmaßnahmen“ umzusetzen. Wobei diese natürlich sehr oft auch die propagiert Falschen treffen, mal abgesehen davon, dass auch die propagiert Zutreffenden immer die Falschen für’s Ableben sind.

Die Anschläge und Amokläufe scheinen zuzunehmen, und dies mag sicherlich auch ein wenig den jeweils zuvorigen, traurigen Vorführeffekten geschuldet sein, die negative Schule machen, heutige Filme mögen dies nicht zwangsläufig beflügeln, aber womöglich den einen oder anderen schlechten Input geben. Die Gesellschaft muss insbesondere über das gesamte Schul- und akademische Alter hinweg die jungen Menschen sondieren, hier sind mindestens die Eltern, Lehrerschaften, Sozialarbeiter und Pädagogen gefragt, und es wird längst nicht reichen, sich nur auf die Stillen oder Auffälligen zu konzentrieren. Es wird zusätzliche „Mentalisten“ brauchen, die ihre Einzugsbereiche konstant aufsuchen und scannen. Und bei aller multikultureller Haltung, die, wie ich finde, ein hohes Gut und unbedingt aufrecht zu halten ist, muss man aber anerkennen, dass auch durch die Zuwanderungen viele zusätzliche Verursacher in’s Land kommen, die andere Wertevorstellungen mitbringen, und wofür, Du Deutschland, sei ehrlich und gib es zu, nicht genügend fähige Kontrollinstanzen auf den Weg gebracht hast, womöglich noch bringen kannst. Denn wir sprechen auch zumeist von allein hierhin gekommenen männlichen arabisch-stämmigen Flüchtlingen, die manches Mal nicht wissen, wohin sie mit ihrem Trieb, ihrer Beschäftigung, Ehre und Stolz sollen, von denen eben viele leider nicht rechtzeitig wahrgenommen werden, die vielleicht noch dazu unsere Aufnahmebereitschaft als selbstverständlich und vergleichsweise geringwertig ansehen.

Denn wie kann es sein, dass in einer freien Gesellschaft, die Sicherheit und Miteinander hoch hält, ein erwachsener Mann mit einem Buschmesser eine Frau niedermacht, oder wahllos auf Menschen schießt, und dies lediglich, weil er vom Bleiberecht oder individueller Zuneigung her abgelehnt wurde? Und viele sind bekanntermaßen und nachhaltigst auffällig, so dass diese auch ungleich leichter ausgewiesen oder zumindest kontrolliert separiert werden müssten, denn welche ist die nächste tickende Zeitbombe aus diesem toten Winkel heraus, welche Menschen sollen als nächstes von uns gehen, welche Angehörigen in Bestürzung und Trauer verfallen?
Und in solchen Fällen wird immer, wie bei Triebtätern auch, von psychischer Krankheit gesprochen, beinahe, als könnten sie nichts dafür! Bullshit! Die Meisten wissen genau was sie tun, und dass es zutiefst schlimm, falsch, ungerecht und unheilvoll ist, aber sie tun es trotzdem und wissentlich, schlichtweg um den schieren Kick oder die Rage zu bedienen. Da kann man einfach keine Schuldminderung einräumen oder, vor fremdkulturellem Hintergrund, Zugeständnisse an’s Strafmaß machen, etwa weil eine Frau im Nahen Osten eine niedrigere Stellung und ein mit ihr verbundenes Delikt dort niedrigere Strafe assoziiert bekommen hat. Bei Rot an der Ampel bleiben sie doch auch stehen, und dann sollen sie angeblich nicht wissen, dass man Anderen nichts antun darf ...?! Unglaubwürdig!
Und noch einmal bitte: Nichts Pauschales gegen Ausländer und Zugereiste, genauso wenig wie deren Straftäter sind nämlich mindestens auch unsere eigenen schwarzen Schafe zu tolerieren. Es kann nicht sein, dass ein müder Einheimischer sich an Silvester an den nachbarschaftlichen Feierlichkeiten im Schlaf gestört fühlt(?!) und versteckt hinter seinem Fenster dem Nachbarsmädchen einen Kopfschuss verpasst, oder sich unsere Jugendlichen an Anschlägen und Überfällen beteiligen, weil sie der Hafer sticht, es anscheinend keinen wertigeren Kitzel gibt.

Wir brauchen heute auf jeden Fall immer mehr eine Gesellschaft, die es beherrscht, die sich anschickenden gefährlichen Schwingungen, die da alle noch kommen, rechtzeitig wahrzunehmen und zu neutralisieren. Serien wie „The Sentinel“ oder „The Mentalist“ geben einen Ausblick auf Menschen, die unsere Gesellschaft genau dafür gut gebrauchen könnte. Mit schärferen Sinnen oder kognitiveren Fähigkeiten ausgestattete Fahnder, die ihr Gegenüber verschiedentlich „lesen“ können, ohne dass diese es merken, mischen sich idealer Weise unter’s Volk, um es zu sondieren, suchen öffentliche Plätze auf, Schulen, Unis und bestimmte Ortsteile. Bessere Sinnesleistungen dürften nicht allzu oft vergeben sein, schon gar nicht so ideal, wie in der Serie, kognitiv-mentale Kompetenz auf der Basis von detaillierter und hochgeschwindter Wahrnehmungssteigerung der Umfelder jedoch lässt sich genauso gut erlernen und trainieren, wie Patrick Jane uns als Mentalist zeigt, so dass passive Reaktionen, Gesten und Mimik von Verdächtigen bereits Antwort auf Schlüsselfragen geben.

Schön ist auch, dass die Behörden inzwischen versuchen, die Bevölkerung rechtzeitig per App über Katastrophen zu warnen, so werden zunehmend über Wetter-Kapriolen hinaus auch erweiterte Gefahren- und Katastrophenwarnungen ausgegeben. Hier sind katwarn und NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des BBKs, Bundesamts für Bevölkerungsschutz) zu nennen, denen man 7 Orte von Interesse hinterlegen kann. Sofern man über aktiviertes WLAN (geringerer Akku-Verbrauch) oder GPS zu orten ist, bekommt man Notstandsinformationen und Anweisungen, sofern man in der betroffenen Nähe ist. Über kurz oder lang mögen die sich durchaus als Must-Haves etablieren.

26.7.16 18:25

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