Impf-Muffel oder Selbstschützer?

Es ist schon wieder höchste Eisenbahn; inzwischen haben wir Anfang Oktober, das Wetter wird nasskalter, und die Oberflächenkeime werden aufgrund des ausbleibenden Sonnenlichts nicht mehr abgetötet. Die Verbreitungssaison von Viren und Bakterien hat wieder begonnen.
Immerhin kann man sich gegen den schlimmsten grippalen Infekt, also die klassische Grippe oder auch Influenza, per Impfung schützen, wenn nicht durch permanente Isolation oder konstante Hygiene und Verhaltensmuster, gar Mund- und Augenschutz! Dies sollte jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass man im Falle einer Ansteckung aber grundsätzlich auch krank wird, aber halt eben weniger stark als Ungeimpfte und um die Risiko-Faktoren Tod und bleibender Herz-Lungenschäden bereinigter, denn darum geht’s ja. Das RKI bescheinigt Reduktionsquoten von circa fünfzig Prozent. Und das halte ich persönlich auch für das ausschlaggebende Kriterium für jedermann, und nicht nur die offiziellen Risikogruppen jung, alt, gesellschaftlich hochfrequent, sich jeden Herbst, gleich, wenn die neuen Sera da sind, eben auch impfen zu lassen.
Viele Ärzte sehen das genauso, andere halten dagegen. Gar sprechen grundsätzliche Impf-Gegner von sekundär viral und begleitstoff-verunreinigten Sera, was von der Industrie vertuscht würde, und für kurz- oder langfristige Ausfallerscheinungen oder andere Krankheitsbilder sorgen könnte, davon ab, dass die Krankheit selbst, gegen die geimpft werde, ausbrechen könne, und das Abwehrvermögen weitaus komplexer sei, als dass bloße Antikörper etwas ausrichten könnten. Dass die körpereigene Abwehr wesentlich umfassender und bereichsübergreifender funktionieren dürfte, kann ich nachvollziehen; aber könnte es in der sicheren, kontrollierten westlichen Gesellschaft tatsächlich möglich sein, dass, noch dazu, auf dem sensibelsten Sektor, dem Gesundheitswesen, bloß Schmu zugunsten des Reibachs abläuft?
Anfangs, in jungen Jahren, war das für mich eine sporadische Geschichte, mal holte ich mir die abgetöteten Grippe-Erreger ab, mal nicht; mal empfahl mir ein Homöopath, es sein zu lassen, denn ein Körper müsse auch ab und zu mal richtig krank werden, um sein Immunsystem wieder hochzufahren, mal meinte ein asiatischer Facharzt für Akkupunktur, er setze lieber Nadeln, die den Körper ausreichend stimulieren, um gleich in der nächsten Saison wieder davon ab zu lassen und doch lieber die Impfung zu verabreichen, da diese unter’m Strich die stärkste Methode sei, Zwischenfälle und Komplikationen zu reduzieren.
Dann gibt es viele, die von Nebenwirkungen sprechen und argumentieren, dass dies tendenziell auch schon wieder nicht im Verhältnis dessen stünde, was man eigentlich verhindern wolle. Die wurden mir auch schon einzeln von einem Arzt vorgebetet, angeblich aus Gründen rechtlicher Absicherung, denn ein Arzt könne ja auch verklagt werden, wenn der Patient nicht vorausgehend informiert werde. Sicher fühlt man sich frisch geimpft abgeschlagener, zuweilen vielleicht etwas kränklich, und Körper und Kreislauf sollten die folgenden zwei Wochen keine höheren Belastungen wie körperliche Arbeiten, Sport und Saunabesuche erfahren. Mal schwitzt man, mal friert man vielleicht, der Kreislauf hängt oder man spürt etwas in der Brust, hat vielleicht sogar Übelkeit oder Kopfschmerzen. Man schone sich schlichtweg solange, und befasse sich mit anderen Dingen, der Körper hat die nächsten Tage vermehrt mit sich zu tun. Und zur angeblichen Schwere der Nebenwirkungen: Wenn ich mal eine schlaflose Nacht habe, fühle ich mich ähnlich oder schlimmer als in den ersten Tagen nach der Impfung. Aber zu wissen, dass ich auf der sicheren Seite bin, gibt mir ein gutes Gefühl, außerdem wird durch die jährliche Impfung das Immunsystem bestimmt dennoch trainiert, da es sich ja jedes Mal auf’s Neue wieder gegen unbekannte Invasoren zur Wehr setzen muss, da hätten wir also einen weiteren Nutzen.
Es wär’ ja schon schlimm, dem Medizinwesen nicht mehr trauen zu können. Das möchte ich mal eher im Krimi ansiedeln. Durchschnittlich sterben in Deutschland zehntausend Menschen pro Jahr an der Influenza; das entspräche der selben Zahl an vorsätzlich um’s Leben Gebrachten. Auch nicht so sonderlich vielen, aber schon einer gehörigen zu respektierenden Menge. Ich werde auf jeden Fall die Sinnhaftigkeit und Risiken des Impfens regelmäßig beim Arzt meines Vertrauens nachhalten, und sollte es Gründe geben, es künftig abzusetzen, würde ich es tun ...

9.10.15 20:35

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